Gefahrstoffverzeichnis & Gefahrstoffmanagement

Bei dem Thema Gefährdungsbeurteilung für Gefahrstoffe ist jedem klar: Hier geht es um gefährliche Chemikalien, giftigem Staub und lebensbedrohliche Atmosphären. Oder, doch nicht?

Ja natürlich, aber wir sprechen gerne von gesundheitsgefährdenden Stoffen und Gemischen und dann geht es nicht nur um Gefahrstoffe, die mit einem Sicherheitsdatenblatt daherkommen, sondern auch um Stoffe die zuerst so gar nicht in die Kategorie 'Gefahrstoff' passen wollen.

Zum Beispiel: Reines, klares Wasser! Denn auch hier machen Dosis und Dauer den Gesundheitsschaden.

Gefahrstoffmanagement

Welche Aufgaben hat ein Gefahrstoffmanagement konkret und wann macht es Sinn?

Das Gefahrstoffmanagement fast schlichtweg alle Maßnahmen zusammen die im Umgang mit Gefahrstoffen erforderlich sind und organisiert erforderliche Maßnahmen und wiederkehrende Aufgaben.

Hört sich einfach an? Vor Ihren Augen baut sich gerade eine schön einfache Liste in einem Tabellenkalkulationsprogramm auf?

Dann werfen Sie doch noch einmal einen Blick auf die Liste der zu berücksichtigenden Gesetze, Verordnungen und Vorgaben und denken Sie auch an die Ausführungsregeln die wir nicht aufgelistet haben, weil sie den Informationsinhalte der Seite einfach sprengen würden.

Denken Sie an Termine zur Kontrolle von Dokumenten zu Gefahrstoffen wie Sicherheitsdatenblätter, an wiederkehrende Schulungen für Mitarbeiter, an sich ändernde Bedingungen, an anpasste Regeln, an Gesetze und Verordnungen, neue Substanzen und an die dauerhafte Aufgabe der Substitution von Gefahrstoffen und anderen gesundheitsschädlichen Substanzen.

Bei wie vielen Untertabellen, Verweisen, Dokumenten, Terminen, zu benachrichtigenden Mitarbeitern, zu pflegenden Schulungsunterlagen sind Sie überschlägig angekommen?

Und was glauben Sie, wieviel Stunden stecken in der Ersterstellung und der Pflege? Wie viele Newsletter haben sie abonniert, damit sie zumindest nicht auch noch alles selbst recherchieren müssen?

Wenn man dann noch mit einbezieht, dass Sie ja eventuell auch noch anderen Aufgaben nachgehen müssen...

Womit wir auf die Frage nach dem Sinn zurückkommen. Sinn macht es nicht nur, sondern es ist auch für jedes Unternehmen verpflichtend!

Sinn macht es über die Art und Weise und das Wie und Womit nachzudenken. Und hier reicht es tatsächlich von der einfachen Excelliste bis hin zum perfekten 'Sorglospaket' diverser Anbieter.

Entscheidend ist hier dann die Anzahl der eingesetzten Stoffe, die Anzahl von Arbeitsplätzen und Tätigkeiten an bzw. bei denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird, dem Gefährdungspotential der Gefahrstoffe, die zur Verfügung stehenden Ressourcen und dem erforderlichen Fachwissen.

Gefährdungsmanagement ist darüber hinaus häufig Teamarbeit verschiedener Fachbereiche, was aus den Einzelaufgaben auch leicht ersichtlich ist:

  • Erstellung eines Gefahrstoffverzeichnisses (Gefahrstoffkataster)
  • Gefährdungsbeurteilung von Gefahrstoffen und Substanzen die unter die Biostoffverordnung fallen
  • Wiederkehrende Prüfung von Sicherheitsdatenblättern
  • Erstellung von gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsanweisungen und Unterweisungen für Tätigkeiten
  • Organisation der allgemeinen und individuellen arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • Einstufung und Bewertung der Gefährlichkeit von Nanomaterialien
  • Organisation und Überwachung von Terminen z.B. zu Schulungen, Prüfungen, Dokumenten.

Je nach Unternehmensgröße und Anzahl der eingesetzten Substanzen kann dies zu einer Mammutaufgabe führen die aber letztlich der Gesundheit von Mitarbeitern zu Gute kommt und auch einen Beitrag zur Vermeidung von Umweltgiften führt.

Ein Gefahrstoffverzeichnis ist daher auch als wesentlicher Beitrag zum Compliance Management anzusehen.

Dabei ist eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Technischen Regeln zu beachten, was der Aufgabe Fachwissen, Disziplin und Durchhaltevermögen abverlangt – für die Durchführenden und die Verantwortlichen. Zu den grundsätzlich zu beachtenden Dokumenten zählen:

  • Das Arbeitsschutzgesetz legt die Basis für die Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Die Betriebssicherheitsverordnung legt unter anderem Regeln für Anlagen fest die Gefahrstoffe führen
  • Die Gefahrstoffverordnung regelt den Umgang mit Gefahrstoffen grundsätzlich
  • Das Chemikaliengesetz konkretisiert den Umgang mit chemischen Gefahrstoffen
  • Die TRGS 527 regelt den Umgang mit Nanomaterialien
  • Die Biostoffverordnung schafft die Grundlagen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
  • Ggf. auch noch die POP-Verordnung ((EU) 2019/1021), die den Umgang mit sich anlagernden organische Schadstoffe regelt
  • Dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Zeiten von Epidemien und Pandemien.

Zu dem komplexen Thema Gefahrstoffmanagement bieten wir Ihnen:

  • Beratung zum Aufbau eines Gefahrstoffmanagements
  • Aufbau eines Gefahrstoffmanagements
  • Dienstleistungen zu allen Aspekten des Gefahrstoffmanagements
  • Beratung bei der Auswahl des zu Ihren Anforderungen passenden Werkzeugs.

Bei größeren Unternehmen sicherlich immer sinnvoll – ein Gefahrstoffmanagement eingebunden in ein 'Betriebliches Arbeitsschutz Management' (BAM). Sicherlich auch für andere Unternehmensgrößen, je nach den gegebenen Bedingungen, sinnvoll über eine umfassende Lösung und deren Möglichkeiten und Vorteile zumindest einmal nachzudenken.